PREMIO DEL CAROLO GRANDE 2005
Aachen - Aken - Aix-la-Chapelle - Aquae -- le prime capital de Europa
Oration del presidente del Republica Italia
dr. Carlo Azeglio Ciampi
Le scopo de iste pagina es a demonstrar como apte interlingua es como un lingua commun europee pro cosas practic.
Vide etiam http://www.interlingua.fi/ceiafil/ceia.htm

Rede des Staatspräsidenten der Italianischen Republik, Dr. Carlo Azeglio Ciampi
aus Anlass der Verleihung des Karlspreises für 2005, Aachen, 05. Mai 2005


Herr Bundespräsident, Vertreter der zivilen und religiösen Institutionen, Herr Oberbürgermeister, Herr Vorsitzender des Kuratoriums des Internationalen Karlspreises, meine Damen und Herren,

Mit Rührung empfange ich den Internationalen Karlspreis.

Ich bin stolz darauf, Teil einer erwählten Schar von Persönlichkeiten zu werden, deren Leben gekennzeichnet war von der Liebe zu Europa, vom zivilen, politischen, moralischen Einsatz für die europäische Einigung.

Ich empfinde die Wichtigkeit, dass dies in der Stadt Aachen geschieht, Begegnungspunkt der Kulturen der Gründerländer der Europäischen Gemeinschaften; Ausdruck unserer gemeinsamen, jahrhundertealten Kultur; Hüter des Andenkens an den ersten Schöpfer der Einheit Europas vor nunmehr über tausend Jahren.

Die Spuren der europäischen Geschichte sind hier besonders stark.

Hier findet man die antike Inspiration eines alten Traumes der Einheit wieder, der genährt ist von den ursprünglichen Werten, die zur europäischen Identität gehörten und auch weiterhin gehören: Rom und das weitreichende Projekt eines Imperiums bestehend aus vielen Nationen, begründet auf dem Recht, auf der Garantie von Gerechtigkeit und Frieden; und das Christentum, das alle Menschen gelehrt hat, sich als Brüder und als gleichwertig zu betrachten.

Ich empfinde besonders stark die Botschaft der Einheit, die der Karlspreis seit Jahrzehnten allen europäischen Nationen vermittelt.
 

Ich greife diese im Namen Italiens auf, im Andenken an die lange Geschichte, die viele Jahrhunderte lang aus Italien das Herz Europas machte, und das es besonders für die Botschaften der Zivilisation öffnete, die immer wieder das eine oder andere Volk unseres Kontinents in den Vordergrund stellten, jeweils Bannerträger einer ununterbrochenen, einmaligen Geschichte des Fortschritts.

Eine manchmal glorreiche, manchmal tragische Geschichte.

In vier Tagen jährt sich zum 60. Mal das Ende des Zweiten Weltkriegs: jener Konflikt, der zum zweiten Mal in kurzer Zeit Europa und die ganze Welt erschüttert hat; er hat ein unvorstellbares Blutbad unter Soldaten und Zivilisten ausgelöst; er hat auf dem Boden Europas die unauslöschliche Spur schrecklicher Todesfabriken hinterlassen.

Wir, die šberlebenden, sahen damals um uns herum eine unendliche Ruinenlandschaft: materielle Ruinen; moralische Ruinen.

Bei der Betrachtung dieses Panoramas der Zerstörung rebellierte das Gewissen.

Europa musste sich, um zu überleben, radikal verändern.

Die Gründerväter ahnten, dass, um jenen Völkern, die sich mit solcher Grausamkeit bekriegt hatten, Frieden und Fortschritt zu garantieren, Friedensverträge und Versprechen der Zusammenarbeit zwischen Nationalstaaten nicht ausgereicht hätten.

Für die Neugestaltung jenes Europas des Todes, für das Wiederaufleben eines Europas des Friedens und der Brüderlichkeit zwischen den Nationen war ein schöpferischer Aufschwung notwendig, der nach und nach einer neuen Architektur von Regierungsinstitutionen Leben verleihen sollte und der von einem starken, von allen geteilten Gefühl des Friedens, der Brüderlichkeit und der Freiheit belebt werden sollte.

So entstand der "esprit communautaire".
 

Seit dem Verhandlungsprozess, der zur Entstehung des Europarates führte, begriff man die Grenzen eines Systems einfacher Zusammenarbeit zwischen den Regierungen. Den Völkern wurde das Ideal der Einigung Europas vorgeschlagen.

Das Prinzip der geteilten Souveränität - das erstmals in der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl verwirklicht wurde - verbunden mit der Methode der zwischenstaatlichen Koordinierung, wurde zum Architrav des gemeinschaftlichen Systems, das sich seitdem abzeichnete.

Dieses System hat wirksam die Interessen der Staaten geschützt. Es hat die Träume von Frieden, Sicherheit und Fortschritt der Völker erfüllt. Es hat das Entstehen von Nationalismen und der Katastrophen, die vom Aufeinandertreffen von Egoismen und Hass verursacht werden, verhindert.

Wir haben in einem Zeitraum von weniger als einem halben Jahrhundert Ziele erreicht, von denen wir als junge Leute nur hatten träumen können. Die Ideale der Gründerväter haben uns auf unserem Weg begleitet. Sie bleiben aktuell und notwendig.

Indem wir die nachfolgenden Etappen der Einigung vervollständigt und übertroffen haben - den Binnenmarkt, die Abschaffung der Grenzen, das Europäische Parlament, die Einheitliche Währung, die schrittweise Vereinheitlichung des Justizsystems - haben wir den Wohlstand auch auf die ärmsten Völker des Kontinents ausgeweitet. Wir haben daran gearbeitet, dass sich die Werte und die Institutionen der Freiheit und der Demokratie durchsetzen und konsolidieren konnten, der Respekt der Rechte der Minderheiten.

Wir glauben an Prinzipien und Regeln, die den Wohlstand der europäischen Bürger schützen.

Sie sind stolz, sich als solche zu bezeichnen.

Wir weisen die nationalen Egoismen zurück.

Wir tragen all unseren Völkern nicht nur Rechte sondern auch Pflichten an.

Wir fühlen uns berufen, die nationalen Interessen in eine höhere Synthese umzusetzen, die die Interessen aller erfüllt.

Das europäische Sozialmodell setzt sich Ziele der Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit. Es inspiriert sich an Prinzipien der Solidarität und an geteilten Regeln, die eine Eindämmung der Vorherrschaft des Marktes gegenüber den sozialen Werten darstellen und dem Markt selbst jene Vitalität geben sollen, die sich allein auf den Konsens des Volkes und die soziale Sicherheit stützen kann.

Die Europäische Union ist noch nicht in der Lage, in jeder Situation mit einer Stimme in der Welt zu sprechen. Sie ist sich aber der Notwendigkeit bewusst, dass sie sich Institutionen geben muss, die fähig sind, eine gemeinsame Interpretation ihrer Ideale und Interessen zu vertreten.

Uns verbinden gemeinsame Werte, der Wille, in der Welt die Prinzipien der Demokratie, der Freiheit und der Toleranz zu verbreiten, die das Ergebnis unserer langen Geschichte sind.

Wir sind niemandes Feind.

Wir sind offen für die Partnerschaft mit den Nachbarländern. Wir sind offen für den Dialog zwischen den Kulturen. Wir wollen mit allen Völkern zusammenarbeiten, für den Aufbau und die Verteidigung einer Welt, die in Frieden lebt.

Zu diesem Zweck sind wir bereit, unsere materiellen und moralischen Ressourcen einzusetzen.

Die historischen Bündnisse mit Nationen, die durch gemeinsame Wurzeln der Zivilisation und der Ideale der Freiheit mit uns verbunden sind, werden nicht in Zweifel gestellt, sondern erscheinen vielmehr immer notwendiger, allen voran das mit den Vereinigten Staaten von Amerika, die es uns erlaubt haben, die Tragödien des XX. Jahrhunderts zu überleben, die häufig Ergebnis unseres Wahnsinns waren.

Kein äusseres Ereignis hat den Verlauf des europäischen Weges aufhalten können. Kein frohes oder trauriges Ereignis der Geschichte hat das Voranschreiten Europas in Richtung auf eine immer weitere, intensivere und verbindlichere Vereinigung aufgehalten oder verändert.

Nicht der Kalte Krieg. Nicht das Ende des grossen ideologischen Konflikts, der Europa in Ost und West teilte. Nicht der Fall von Mauern. Nicht die grossen Veränderungen der wirtschaftlichen und politischen Realität weltweit. Nicht die wahnsinnigen Bedrohungen und Herausforderungen zerstörerischer Ideologien.

Jedes epochale Ereignis, jeder Vorfall in der Geschichte Europas und der Welt, hat die Unverzichtbarkeit des europäischen Einigungsprozesses noch mehr hervorgehoben.

In der stürmischen Realität des XXI. Jahrhunderts, angesichts von Unbekannten in der Gegenwart und der Zukunft, bietet die Präsenz einer starken und kompakten Europäischen Union Lichtblicke und Hoffnung für alle Völker.

Dennoch stösst diese so objektiv positive Bilanz heute auf Zögern und Žngste. Wir müssen uns die Frage stellen, wie wir den Glauben an die europäische Idee beleben können, damit er auch weiterhin unser Leitstern bleibt.

Jede Etappe unseres Weges stellt uns vor neue Fragen, vor neue Aufgaben, die wir lösen müssen.

Die überwundenen Prüfungen beweisen, dass das Fundament der politischen europäischen Ordnung gesund ist.

Der von den Regierungen verabschiedete Verfassungsvertrag - Italien hat ihn als erstes unter den sechs Gründerstaaten bereits ratifiziert und darauf bin ich stolz - zielt darauf ab, die Regierungsstrukturen des geeinten Europas zu verbessern, seine Institutionen zu stärken, ein richtiges Gleichgewicht zwischen ihnen zu erhalten. Wenn Imperfektionen und Unzulänglichkeiten bleiben, können diese im Lauf des Inkrafttretens der neuen Mechanismen und der neuen institutionellen Organe korrigiert werden.

Ohne einen echten gemeinsamen politischen Willen der europäischen Völker, ohne eine Gemeinschaft des Geistes und des Vertrauens in Europa, wird aber auch eine Verfassung keine Garantie für die notwendige Regierbarkeit sein können.

Ohne das volle Bewusstsein um ein gemeinsames Schicksal, ohne die Zugehörigkeit zu einem starken und immer wieder erneuerten gemeinschaftlichen Geist, wird keine Reform ausreichen, um die Entwicklung der Union zu stützen.

Unsere Anstrengungen sind noch nicht zu Ende. Es erwartet uns noch viel Arbeit.

Wir bedürfen immer noch der grossen Ideale, die die Gründerväter beseelten. Ohne sie werden wir, anstatt voranzuschreiten auf dem Einigungsweg, den wir zurückgelegt haben, rückwärts schreiten.

Dies wäre die Ironie der Geschichte.

Wir wären trotz der Abschaffung der Grenzen und der Einführung einheitlicher Regierungsinstrumente geteilt und machtlos. Wir würden in das Meer der Unsicherheiten einer europäischen Politik zurückfallen, die vom Egoismus der Nationalstaaten und der Ungewissheit und der Bedenklichkeit der Bündnisse zwischen Staaten bestimmt sind.

Nur der gemeinschaftliche Geist schützt uns vor diesen Unbekannten; gegen die Täuschung der Sirenen des Nationalismus; gegen die Unbekannten einer geeinten und gleichzeitig geteilten Welt, gekennzeichnet durch offenen und latenten Konflikten, in ihrem šberleben selbst bedroht von der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen.

Nur vereint können wir mit Vorschlägen, Initiativen und Umsetzungvermögen auf der Weltbühne präsent sein und Anerkennung finden.

Vor der institutionellen Reform haben wir eine umfassende Erweiterung der Union vorgenommen. Dies haben wir getan, um eine historische Pflicht gegenüber den Völkern zu erfüllen, die im Beitritt zur Europäischen Union die Garantie für ihre wiedererlangte Freiheit, für ihre wiedergewonnene Unabhängigkeit sahen.

Wir waren uns durchaus der Tatsache bewusst, dass die Stärkung der Institutionen so schnell wie möglich erfolgen muss, damit eine Europäische Union mit 25 Staaten funktionieren kann.
 

Der Erweiterung den Vorrang einzuräumen, war eine mutige Entscheidung und ein Akt des Vertrauens.

Nun muss der überzeugte Wille aller Staaten - der alten wie der neuen Mitglieder der Union - folgen, die institutionelle Reform unbedingt zu verwirklichen.

Wir dürfen uns nicht auf den Lorbeeren der bisher erreichten Erfolge ausruhen. Wir müssen gemeinsam das auffinden und vertiefen, was in unserem System, in unserem gemeinsamen Regieren nicht funktioniert. Und wir müssen dies beheben.

Wir sollten uns beispielsweise fragen, warum seit Jahren das Wirtschaftswachstum langsam voranschreitet, weit unter unserem Potential.

Vor nunmehr drei Jahren, als ich in diesem selben Saal die Ehre hatte, die Laudatio anlässlich der Verleihung des Karlspreises an die Einheitliche Währung, den Euro, zu verlesen, beklagte ich den Fehler, dass auf die monetäre Vereinheitlichung nicht auch eine einschneidende Koordinierung der Wirtschaftspolitiken der einzelnen Staaten und zu diesem Zweck neue operative Verfahren folgten.

Seit damals ist keinerlei wirklicher Fortschritt in dieser Richtung gemacht worden.

Auf die Einführung der Einheitlichen Währung und die Schaffung einer Europäischen Zentralbank folgten nicht die notwendigen institutionellen und regelgebenden Entscheidungen, um die unabdingbare konstruktive Dialektik zwischen Währungs- und Haushaltspolitik zu konsolidieren.

Man kann sich also nicht beklagen, wenn die positiven Wirkungen des Euro sich nur partiell gezeigt haben.

Die Staaten, die am Euro teilnehmen und die die Europäische Zentralbank geschaffen haben, eine Institution föderaler Art für die Verwaltung der gemeinsamen Währung, haben die Pflicht, um sich selbst gegenüber kohärent zu sein, eine Handhabung ihrer nationalen Haushalte und des gemeinsamen Haushalts zu praktizieren, die eng koordiniert sind.

Die Ergebnisse der Untätigkeit sind, was Wirtschaftswachstum und Wettbewerbsfähigkeit angeht, vor den Augen aller; der gesamte Bereich der Europäischen Union leidet darunter.

Es gibt auch weitere, nicht weniger vitale Initiativen, die noch fehlen.

Seit langer Zeit sind grosse Investitionen in europäische Infrastrukturen beschlossen worden. Es existieren alle Instrumente, um sie zum Abschluss zu bringen. Man muss einen entscheidenden Impuls für ihre Verwirklichung innerhalb der europäischen und der nationalen Haushalte geben.

Herr Bundespräsident,

Europa muss als ein Raum der gemeinsamen Kultur betrachtet werden.

Europa muss mit Stolz die Verschiedenheiten leben, die Teil eines von allen geteilten Vermächtnisses sind, Steine eines einzigen grossen Mosaiks der Zivilisationen.

Die gerechte Verteidigung und der Erhalt unserer doppelten Identität, die nationale und die europäische, bringen eine erneute Anstrengung der nationalen und gemeinschaftlichen Institutionen mit sich, die im Bereich der Bildung und der Kultur tätig sind.

Nachdem Europa geschaffen worden ist, müssen wir uns nun einsetzen, um die Europäer zu schaffen.

Als wir uns in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, nachdem Italien geschaffen war, vornahmen, die Italiener zu schaffen, wussten wir, dass wir die zahlreichen kommunalen und regionalen Identitäten, die in die grössere italienische Identität eingeflossen waren, nicht aufs Spiel setzen, sondern im Gegenteil schützen würden. Und so war es auch.

Dasselbe muss im seit nunmehr einem halben Jahrhundert im Gang befindlichen Unternehmen geschehen, die Europäische Einheit voll umzusetzen. Kein anderer Kontinent umfasst im gemeinsamen Tresor seiner Geschichte so viele Schätze. Heute sind diese mehr denn je gemeinsamer Besitz aller Europäer und verdienen es, geschützt und genutzt zu werden. Dies kann in eine Welt, die ebenso weit wie unvorhersehbar ist, nur ein starkes und geeintes europäisches Vaterland tun.

Geschichte wird nicht mit Worten gemacht. Es sind Fakten notwendig.

Unsere Jugend trägt mit ihrem grosszügigen Enthusiasmus dazu bei, einem Konzept Europas Leben zu verleihen. Aber sie stellt uns auch viele Fragen und wirft viele Zweifel auf. Es ist unsere Pflicht, ihre Stimme anzuhören, auf ihre Fragen gültige Antworten zu geben.

Wir müssen ihnen versichern, dass die Fähigkeit und der Wille bestehen, die Auflösung der Identität Europas in einer lediglich marktbestimmten Vision zu vermeiden, die arm an historischen, kulturellen und politischen Inhalten ist. Wir müssen ihnen das Werk der Väter bewusst machen, um Kontrollen und Barrieren hinter sich zu lassen, die noch bis vor wenigen Jahren Europa erdrückten.

An euch Jugendliche wende ich mich mit Hoffnung und Zuversicht.

Lest, denkt nach über die Geschichte des Lebens der europäischen Völker in den vergangenen beiden Jahrhunderten.

Ihr werdet feststellen, dass Europa nur dann vorangeschritten ist, wenn die zivile Leidenschaft in den Bürgern jene Gefühle ausgelöst hat, die die Grundlage des Gewissens der europäischen Völker sind - Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

In uns Žlteren sind noch die Tragödien gegenwärtig, in die uns erbitterte Nationalismen geführt haben, der ethnische Wahnsinn, die Diktaturen, zwei schreckliche Kriege. Wir können nur die prophetische Weitsicht derjenigen bewundern, die die kreative Kraft besassen, den Weg des Friedens und der Eintracht unter den europäischen Völkern zu planen und einzuschlagen.

Ihnen verdankt ihr es, dass ihr in einem Europa des Friedens geboren seid und lebt: dass ihr euch ohne Behinderungen von einem Land in das andere begeben könnt; dass ihr gemeinsam mit euren Altersgenossen der anderen europäischen Nationen leben, studieren, arbeiten und die Zukunft planen könnt, anstatt euch in Schützengräben gegenüberzuliegen, um euch gegenseitig zu töten.

Darum wende ich mich an euch. Nur mit eurem Enthusiasmus, mit eurem freien und grosszügigen Geist, könnt ihr der vollen Verwirklichung dieser Europäischen Union neuen Elan geben, die keine künstliche Konstruktion ist, sondern eine institutionelle Realität, die auf der Einheitlichkeit der europäischen Zivilisation basiert.

Wenn ihr das empfindet, wenn ihr uns darin unterstützen werdet, im Plan der Gründerväter voranzuschreiten, werdet ihr eure Zukunft und die eurer Kinder retten.

Herr Bundespräsident,

Dies ist, in meinem Innersten, die Botschaft, die der Internationale Karlspreis seit seiner Einrichtung an alle Nationen richtet, die sich in diesem grossen Projekt der Vereinigung zusammenschliessen wollten.

Dieser Mission werde ich mich bis zum Ende meines Mandats als Präsident der Italienischen Republik widmen, unterstützt von der Stärke der europäischen Gefühle meines Volkes.

Ihr werde ich mich als italienischer Staatsbürger und als europäischer Bürger immer, auch später noch, widmen, mit einem Einsatz, der neue Kraft aus der grossen Ehre bezieht, die mir heute zuteil wird; dafür, wie auch für die Worte, die Sie, Herr Bundespräsident, ausgesprochen haben, möchte ich mich von ganzem Herzen bedanken.

Carlo Azeglio Ciampi

Oration del presidente del Republica Italian, dr
Carlo Azeglio Ciampi
al occasion del conferimento del Premio de Carolo Magne pro 2005, Aachen, 05 de maio 2005.


Senior Presidente federal, Representantes de institutiones civil e religiose, senior Burgomaestro-in-chef, senior presidente del curatorio del Premio international de Carolo Magne, mi damas e seniores,

Con emotion io recipe le Premio international de Carolo Magne.

Io es fer de devenir un membro de banda selecte de personas, cuje vita era characterisate del amor a Europa, del mission civil, politic e moral pro le unification europee.
 

Io es affectate de importantia del facto, que isto occurre in le citate de Aachen, in le puncto del incontro de culturas del paises-fundatores de communitates europee; expression de nostre cultura commun del etate de seculos; guardianos de memoria del prime creator del unitate europee, plus quam mille annos retro.

Le tracias del historia europee son hic particularmente forte.

Hic on retrova le inspiration sntique del vetule sonio del unitate, que es nutrite per le valores original, que pertineva al identitate europee e ancora pertine: Roma e le projecto extense de un imperio composite de plure nationes, fundate sur derecto, sur le garantia del justititia e pace; e sur le christianitate, que ha inseniate omne homines a tractar se como fratres e equales.
 
 

Io es particularmente fortemente affectate del message de unitate, le qual le Premio de Carolo Magne desde decennios communica a omne nationes europee.

Io sasi isto in nomine de Italia, in memoria del onge historia que durante multe seculos faceva Italia le corde de Europa, e particularmente lo pro le messages del civilisation, que semper de novo placiava un o altere nation del nostre continente al prime plano, cata vice porta-bandiera de un ininterrupte, unic historia del progresso.
 
 

Un historia sovente gloriose, sovente tragic.
 

In quatro dies face 60 (sexanta) annos post le fin del secunde guerra mundial: iste conflicto, que ha succutite Europa e totel le mundo le secunde vice in breve tempore; illo ha causate un carnage inimaginabile inter soldatos e civiles; illo ha lassate al solo de Europa le tracia inextinguibile de terribile fabricas del morte.

Nos, le superviventes, videva tunc un infinite paisage ruinose circa nos; ruinas material, ruinas moral.

Per observation iste panorama del destruction le conscientia rebellava.

Europa debeva, pro superviver, transformar se radicalmente.

Le patres-fundatores prevideva, que a iste nationes, que se habeva guerreate con tante cruelitate, pro garantir pace e progresso, tractatos de pace e promissas de cooperation inter statos national non esserea sufficiente.
 

Pro le reorganisation de iste Europa del morte, pro le reviviscentia de un Europa del pace e fraternitate inter le nationes, un crescimento creative era necessari, que pauc a pauc debeva prestar un nove vita al architectura de institutiones governamental e on debeva vivificar un forte, partite de omnes senso del pace, fraternitate e libertate.
 

Assi nasceva le "esprit communautaire" (spirito de communitate).

Desde le processo de nogeotiationes, que conduceva al creation del Consilio Europee, on concipeva le limites de un systema del cooperation simple inter le governamentos. Le ideal del unification de Europa era proponite a populos.

Le principio del soveranitate dividite - que era realisate a prime vice in le Communitate pro caule e aciero - connectite con le methodo del coordination interstatal, deveniva al architrave del systema commun, que desde illo se distingueva.
 
 

Iste systema ha efficientemente protecte le interesses de statos. Illo ha complite le sonios de populos del place, securitate e progresso. Illo ha prevenite le nascentia de nationalismos e catastrophos, que son causate del coincidentia de egoismo e odio.
 

Nos ha durante un periodo de minus quam un medie seculo attingite scopos, de quales nos como juvenes poterea solmente soniar. Le ideales de patres-fundatores ha escortate nos a nostre cammino. Illos remane actual e necessari.
 

Durante que nos ha complite e excedite le sequente etappas del unification - le mercato interne, le abolition de frontieras, le parlamento europee, le valuta unificate, le gradual harmonisation del systema de justitia - nos ha extendite le prosperitate etiam al plus paupere nationes del continente. Nos ha travaliate pro isto que on poterea realisar le valores e institutiones del pace e democratia, le respecto de derectos de minoritates.
 

Nos crede a principios e regulas, que protege le benesser del cives europee.

Illes son fer a indicar se como tales.

Nos rejecta le egoismo national.

Nos require a tote le populos nostre non solmente derectos sed etiam obligationes.

Nos sensa nos destinate a vocar le interesses national a un synthese plus alte, que satisface le interesses de omnes.

Le modello social europee pone se le scopos del efficientia e poter de concurrentia. Il inspira se a principios del solidaritate e del regulas dividite, que pone un dica al hegemonia de mercatos contra le valores social e que debe dar al mercato ipse iste vitalitate, que se pote sustener solmente al consenso del populo e al securitate social.
 

Le Union Europee es non ancora in le position a parlar con un voce in le mundo in omne situationes. Sed illo es conscie del necessitate de haber institutiones, que son capabile a representar un interpretation commun de su ideales e interesses.

Nos son obligate de valores commun, de voluntate de diffunder in le mundo le principios del democratia, libertate e tolerantia, que son resultato de nostre historia longe.

Nos son inimico del nemo.

Nos son aperte pro le societate con le paises vicin. Nos son aperte pro le dialogo inter le culturas. Nos vole collaborar con omne nationes pro le edification e defensa de un mundo, que vive in pace.

Pro iste scopo nos son preste a ingagiar nostre ressources material e moral.
 

Le alliantias historic con nationes, que son ligate con nos per le radices commun del civilisation e le ideal del libertate non son ponite in dubio, sed illos appare plus e plus importante, ante toto illo con le Statos Unite de America, que ha permittite nos superviver le tragedias del XX seculo, que frequentemente era resultato de nostre follia.
 
 

Nulle occurrentia externe ha potite retener le curso de passos europee. Nulle occurrentia felice o triste deh istoria ha retenite o alterate le marcha de Europa al direction le un unification semper plus extensive, intensive e obligatori.
 

Non le guerra frigide. Non le collapso del grande conflicto ideologic, que divideva Europa in Est e West. Non le cadita del muro. Non le grande transformationes global del realitate economic e politic. Non le menacias e defias folle de ideologias destructive.
 

Omne occurrentia epochal, omne evento in le historia del Europa e mundo, ha ancora plus accentuate le inrenunciabilitate del processo de unification europee.

In le realitate tempestuose del XX seculo, in vista de incogintes in le presente e futuro, offere le presentia de un Union Europee forte e compacte momentos de publicitate e sperantia a omne nationes.

Totevia iste balancia tanto positive collide se a hesitationes e angustias. Nos debe poner nos questiones, como pote nos vivificar le credo al idea europee, que illo remane etiam in futuro nostre stella tutelari.

Omne etappa de nostre via pone a nos nove problemas que nos debe solver.

Le probas superate prova, que le fundamento del ordine politic europee es san.
 

Le tractato ultime de governamentos - Italia ha lo ancora ratificate como le prime inter le sex statos-fundatores, del qual io es fer - ha in vista a meliorar le structuras de governamento del Europa unite, a fortiar su institutiones e mantener un balancia inter illos. Si il remane imperfectiones e insufficientias, on pote corriger illos al longe del entrata in vigor de nove mechanismos.
 
 
 
 

Sed sin un genuin voluntate politic del nationes europee, sin un communitate del spirito e fiducia in Europa, mesmo un constitution pote esser nulle garantia pro le governabilitate.
 

Sin le plen conscientia de un fato commun, sin le filiation al spirito commun, forte e semper renovate, nulle reforma va sufficer pro supporto del developpamento del Union.
 

Nostre effortias ancora non son finite. Il attende nos ancora multe travalio.

Nos besonia ancora le grande ideal, que le patres-fundatores animava. Sin illos nos vaderea, in vice de marchar avante al longe de via de unification, que nos ha percurrite, nos marcharea a retro.

Isto esserea le ironia del historia.

Nos esserea in despecto de abolition de frontieras e de introduction del instrumento de governamento uniforme dividite e impotente. Nos vaderea recader in le mar de insecuritates de un politica europee, que son determinate del egoismo de statos national e del incertitude e precarietate del alliantias inter statos.
 

Solmente le spirito commun protege nos ante iste incognoscitos; contra le illusion de seirenes del nationalismo; contra le incognoscitos de un mundo unificate e simultaneemente dividite, characterisate per conflictos aperte e latente, ipse in su superviventia menaciate per le divulgation de armas de destruction in massas.

Solmente unite nos pote con propositiones, initiativos e abilitate de conversion esser presente al scena del mundo e trovar recognoscentia.

Ante le reforma institutional nos ha realisate un extension extensive. Nos ha lo facte, pro complir un deber historic vis-ā-vis le nationes, que videva in entrata in le Union Europee le garantia pro lor libertate e soveranitate recuperate.
 
 

Nos era totalmente consciente del facto, que le reinfortiamento del institutiones debeva sequer tanto rapidemente como possibile, a fin que un Union Europee con 25 (vinticinque) statos poterea functionar.

Conceder a extension le prioritates era un decision coragiose e un acto del confidentia.
 

Nunc debe le voluntate convincite del omne statos - de vetule como de nove - sequer, pro inconditionalmente realisar le reforma institutional.
 

Nos non debe reposar super le lauros del successos obtenite usque ora. Nos debe collectivemente discoperir e approfundar, lo que non functiona in nostre systema, in nostre governamento commun. E nos debe lo remediar.
 

Nos debe pro exemplo demandar nos, quare desde annos le crescentia de economia avantia se tanto tardivemente, lontan sub nostre potential.

Ora ante tres annos, quando io in iste mesme sala habeva le honor a leger le laudatio in occasion del conferimento del Premio de Carolo Magne al valuta unificate, le euro, io lamentava le error que al unification monetari non sequeva etiam un coordination incisive del politicas eoconomic de diverse statos e a iste fin nove procedimentos operative.

Desde tunc on ha facte nulle progresso real a iste direction.

Post le introduction del valuta unificate e le creation de un banca central europee non sequeva le institutiones necessari e decisiones regulative, pro consolidar le inconditional dialectica constructive inter le politica del valuta e economia.

Assi, on non pote lamentar, si le effectos positive del euro ha se manifestate solmente partialmente.
 

Le statos que participa al euro e ha create le Banca central europee, un institution del arte federal pro le administration del valuta commun, ha le deber esser coherente vis-ā-vis le alteres, a parcticar un maneamento de lor economia national e economia commun, que son strictemente coordinate.
 

Le consequentias del inactivitate son, que concerne le crescentia economic e le poter del concurrentia, ante le oculos de omnes; tote le dominio del Union Europee suffre de illo.

Il ha etiam altere initiativos, non minus vital, que ancora manca a nos.

Desde longe on ha decidite grande investitiones in le infrastructuiras europee. Omne instrumentos existe pro traher los al conclusion. On debe dar un impulso decisive pro realisar illos in le budgets europee e national.
 
 

Senior Presidente federal,

Europa debe esser tractate como un spatio del cultura commun.

Europa debe viver con feritate con le diversitates, que es un parte de legato, petras de un singule grande mosaico del civilisationes, dividite de omnes.

Le juste defensa e conservation de nostre identitate duplice, le national e europee, apporta con se un renovate effortio a institutiones national e commun, que son active in brancas del education e cultura.
 

Post que Europa es create, nos debe nunc nos ingagiar pro crear le europeos.
 

Quando nos in le secunde medietate del 19e seculo occupava nos de crear le italianos, nos sapeva que on non debeva riscar sed al contrario proteger le plure identitates communal e regional, que habeva flucte a un plus grande identitate italian. E talmente il occurreva.
 
 

Le mesme debe occurrer etiam in le projecto que habeva essite in movimento durante un medie seculo, le plen realisation del unification de Europa. Necun altere continente contine in tresor de su historia tanto multe preciositates. Hodie illos son plus quam unquam proprietate commun del omne europeos e illos merita se a esser protecte e usate. Isto pote facer solmente un forte e unite Patria Europee in un mundo, que es tanto vaste quanto inprevisibile.
 

Historia non pote esser facte con parolas. Factos son necessari.

Nostre juventute contribue con su grande enthusiasmo a dar le vita al concepte de Europa. Sed illo pone nos etiam multe questiones e jecta nos multe dubita. Il es nostre deber a ascoltar lor voce e dar valide responsas a lor questiones.
 

Nos debe assecurar illes, que le capacitate e voluntate sustene pro evitar le dissolution del identitate de Europa a un sol vision de mercatos, paupere de contento historic, cultural e politic. Nos debe facer illes consciente del obra de patres, pro lassar controlos e barrieras detra se, que ancora usque ante alicun annos suffocava Europa.
 

A vos juventute io me verte con sperantia e confidentia.

Lege, reflecte super le historia del vita de nationes europee durante le ambe seculos passate.
 

Vos va constatar, que Europa ha marchate in avante solmente alora, quando le passion civil in le citatanos ha liberate iste sentimentos, que son le fundamento del conscientia del nationes europee - libertate, equalitate, fraternitate.

In nos vetules son ancora le tragedias presente a qual nos ha conducte le nationalismos exasperate: le follia ethnic, le dictaturas, duo guerras terribile. Nos pote solmente admirar le previdentia prophetic de illes, que habeva le fortia creative, a projectar e realisar le via del pace e concordia inter le nationes europee.
 
 

Illes son regratiate pro illo que vos ha nascite e vive in un Europa del pace: que vos etiam pote vader sin obstaculos ex un pais a un altere, que vos pote viver, studiar, laborar e projectar vostre futuro insimul con vostre contemporaneos, in vice de jacer in trencheas occidente le unes le alteres.
 
 
 

Pro isto appella io a vos. Solmente con vostre enthusiasmo, con vostre spirito libere e generose vos pote dar un nove elan al plen realisation de iste Union Europee, que es nulle construction artificial, sed un realitate institutional, que basa se al uniformitate del civilisation europee.
 

Si vos senti lo, si vos va nos appoiar in avantiar con le projecto del patres-fundatores, vos va salvar le futuro vostre e illo de vostre infantes.
 

Senior Presidente federal,

Isto es, in mi corde, le message que le Premio international de Carolo Magne adressa a omne nationes, que voleva unir se in iste grande projecto del unification.
 

Iste mission va io dedicar al fin de mie mandato como le presidente del Republica Italian, appoiate per le fortia del sentimentos europee de mi populo.
 

Io va me como un citatano italian e cive europee dedicar me etiam postea con un effortio, que traher nove fortia ex le grande honor, que on ha me hodie conferite. Etiam pro le parolas, que vos, senior Presidente federal ha pronunciate, vole io ex mi plen corde regratiar.
 

Carlo Azeglio Ciampi

Actualisate le 2009-07-07

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